Mein persönlicher Lernzuwachs im SOOC1314

Wie sähe eine Welt aus, in der jeder Steuerberater, jede Erzieherin, jeder Lehrer, jede Professorin, jeder Politiker bloggt?

Dieses Thema und mein damit verbundener Blog-Post hat mich sehr zum nachdenken gebracht. Selbst Wochen danach kommt mir dieses Thema immer wieder in den Sinn. Das hat mich auch dazu bewegt andere Leute, die mit dem sooc1314 nichts zu tun haben, darauf anzusprechen, über dieses Thema zu diskutieren und ihre Meinung dazu zu erfahren.

Ich empfinde es immer noch nicht als sinnvoll, dass jeder bloggt. Besonders im Beruf würde ich nicht bloggen. Ich glaube das liegt daran, dass der Beruf immer eng mit dem Geld verknüpft ist und ich über den Blog Informationen Preis gebe, die andere sich zum Nutzen machen können, ohne das ich etwas dafür bekomme. Deshalb kann ich mir auch immer noch nicht vorstellen, dass bspw. ein Bäckermeister im beruflichen Umfeld bloggt. Eine Privatperson, die das Hobby „Backen“ hat, dafür ganz klar. Genauso finde ich es bei einem professionellen Maler sinnvoller eine Ausstellung zu veranstalten. Ein Hobbymaler hingegen kann durchaus einen Blog benutzen um seine Werke darzustellen. Auch ein Profifußballer ist für mich kein typischer Blogger, ein Bezirksligaspieler schon.

Die einzigen Berufe bei denen ich mir einen Blog vorstellen kann ist ein Lehrer, Professor, Forscher, Pfarrer. Liegt das daran, dass deren Output sowieso eher dem Allgemeinwohl dienen soll? Oder stört es mich an den anderen Berufen schlichtweg, dass hauptsächlich monetäre Beweggründe dahinter stecken?

Ich kann nicht genau beschreiben woher diese Ansicht kommt, aber Beruf und Blog bekomme ich nicht in Einklang. Über ein psychologisches Urteil wäre ich sehr dankbar 😉

 

#ccc trifft #sooc1314 (Live-Session mit Marius Melzer vom CCC)

Die Live-Session mit Marius Melzer vom CCC blieb allein schon wegen der Brisanz und der Selbstbetroffenheit im Gedächtnis und wurde von mir in einem Blog-Post zusammengefasst und reflektiert.

Zwei Dinge zu denen uns Marius Melzer geraten hat, verwende ich seither. Das ist zum einen das Browser-Addon „Ghostery“, welches mir zeigt wer mich schon wieder alles versucht zu verfolgen/tracken und dies dann auch verhindert. Das zweite ist der „Tor Browser“, der mir bspw. hilft Inhalte darzustellen die eigentlich nur in den USA verfügbar sind. Da ich aufgrund der Serverarchitektur die hinter dem Tor Browser steckt nicht lokalisiert werden kann, werden mir diese Inhalte dennoch dargestellt.

 

Meine Identität ins Netz!?

Ein Grund warum ich vor dem sooc1314 noch nie einen Blog betrieben habe ist zu einem gewissen Teil auch die Angst vor einem möglichen „Shitstorm“ oder allgemein bösartigen und übel wollenden Kommentaren.

Der Blogbetreiber hat eine feste Plattform (eine feste Adresse) wo er sich befindet und gewöhnlicherweise ist bekannt wer hinter dem Blog steckt. Die Leser und Kommentierer hingegen können sich frei bewegen und haben i.d.R. die Möglichkeit sich zu anonymisieren.

Auch dies kann als Argument für die Diskussion um die „Klarnamenpflicht im Netz“ gewertet werden, welche in meinem Blog-Post verarbeitet wurde.

 

Konnektivismus

Das Experiment „Konnektivismus erfahren“ hat mich doch schon sehr überrascht und gleichermaßen enttäuscht. Ich habe erwartet das die Twitter-Community eine Antwort liefert, doch passiert ist, weder auf meinen ersten noch auf meinen zweiten Tweet, leider nichts. Obwohl mein Tweet von

Andrea Lißner und Anja Lorenz retweetet (geretweetet? :P) wurde, kam keine Rückmeldung. Dabei ist die Frage die gestellt wurde ja nichtmal sonderlich komplex.

 

Tweet1:

Kennt sich jemand mit Deutsch in den USA, dem sog. Texas-German, aus? #sooc1314#followerpower

Tweet2:

„Die Eichkatz sitzt auf meine Tools“ – kennt jemand weitere Beispiele für Texas-German? #sooc1314#followerpower

 

Twitter habe ich daraufhin auch schon nicht mehr benutzt, was ich wohl auch in näherer Zukunft nicht mehr machen werde.

 

CC-Lizenzen

Das CC-Lizenzmodell wurde von vielen Teilnehmern als sehr undurchsichtig empfunden. Durch den sooc1314 wurde bei mir allerdings das Interesse geweckt das Konzept zu verstehen und es auch nutzen zu können. Das ist sicherlich ein Thema, welches mich auch nach dem sooc1314 noch weiter beschäftigen wird. Um mich weiter damit auseinandersetzen zu können, hoffe ich, dass die Aufzeichnungen dazu auch nach dem sooc1314 weiterhin online abrufbar sein werden.

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Gedankenexperiment

Schon einmal haben wir im SOOC1314 gefragt, wie Ihr die Hochschule der Zukunft seht, wenn es keine Präsenzveranstaltungen mehr gäbe und alles online abliefe. Nun wollen wir die Sache noch ein Stück weiter treiben. Was wäre, wenn wir Bewertungen nicht mehr aufgrund einer Klausur oder Hausarbeit bekämen, sondern aufgrund unseren Verhaltens, unserer Entwicklung, die mithilfe von Learning-Analytics-Anwendungen aufgezeichnet und/oder mit E-Portfolios dokumentiert und reflektiert wurden.

Dieser stark konstruktivistische Ansatz ist (zumindest aktuell) in unserer Gesellschaft bzw. in unserem Benotungssystem nur schwer vorstellbar. Selbst Waldorfschüler müssen (oder können?) eine schriftliche Prüfungen ablegen wodurch sie objektiv bewertet werden.

Dem individuellen Schüler wäre damit sicherlich geholfen. Er muss nicht nur stupide Wissen aufnehmen um anschließend einer einheitlichen Prüfung unterzogen zu werden. Dem Individuum wird die Möglichkeit geboten, sich seinem persönlichen Wissenstand gerecht weiterzuentwickeln. Der tatsächlich vollzogene Lernfortschritt ist auf diese Weise sicherlich höher als er subjektiv wahrgenommen wird.

Auch der Lehrer ist nach diesem Modell in einer ganz anderen Pflicht! Er kann nicht nur seinen Lernstoff runterpredigen und nach der vergeigten Matheprüfung sagen: „Jap, du warst nicht gut, du solltest das nächste Mal mehr lernen“. Der Lehrer MUSS, um überhaupt eine gerechte und nachvollziehbare Bewertung zu finden, den einzelnen Schüler explizit betrachten und die individuellen Defizite ausarbeiten. Somit kann der Lehrer gleichzeitig wesentlich besser auf die Schüler eingehen und gezielt Lehren.

Wie eine solche Bewertung aussehen könnte, habe ich im Blog-Post E-Portfolio-Arbeit von der KiTa bis zur Seniorenakademie skizziert.

Ein weiterer Weg könnte auch das Stackoverflow-Prinzip sein. Oft genug kommt es vor, dass sich Informatiker mit einem Link zu ihrem Stackoverflow-Profil bewerben. Hier kann detailliert eingesehen werden welche Aufgaben die Person erledigt hat bzw. über welches Wissen die Person verfügt. Daraus können die Fähigkeiten und Fertigkeiten die diese Person im jeweiligen Unternehmen einbringen kann, abgeleitet werden.

Sollte solch eine Plattform parallel zum Online-Unterricht eingesetzt werden, könnten nicht nur die Schüler Fragen stellen und von ihren Mitschülern (was bekanntermaßen dem Helfer den größten Lernfortschritt bringt) und dem Lehrer beantwortet bekommen, sondern die Lehrer haben zugleich einen Einblick in den Wissensstand der einzelnen Schüler (beidermaßen von denen die helfen und denen die Fragen stellen).

Hilfreiche Antworten, eine hohe Aktivität oder auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Lerninhalt könnte dann als Bewertungsgrundlage dienen.

E-Portfolio-Arbeit von der KiTa bis zur Seniorenakademie

Wie sähe so ein lebenslanges E-Portfolio aus?

Solch ein E-Portfolio könnte, dem mentalen Modell entsprechend, aufgebaut sein wie der eigene Lebenslauf. Unterteilt in die einzelnen Schulen die man besucht hat (chronologisch) und aufgeteilt auf die einzelnen Kurse/Fächer die belegt wurden. Freigaben für die jeweiligen Klassenkameraden/Kommilitonen und Lehrbeauftragte könnten somit außerdem detailliert vergeben und eingesehen werden.

Das Sammeln der einzelnen Artefakte kann auf ganz unterschiedliche Weise erfolgen. Das könnte ein einfacher Blog sein, genauso aber auch ein speziell dafür entwickeltes Portal. Am wichtigsten finde ich hierbei eher, dass ein paar Faktoren gewährleistet bzw. Fragen geklärt sind. Es muss klar geregelt sein, wer auf die Daten Zugriff hat. Der Lerner darf nicht die Möglichkeit haben, Daten im Nachhinein zu verändern (sonst könnte ich meine Grundschulerzeugnisse jetzt noch ein wenig aufpäppeln). Eine Editierfrist von bspw. 6 Monaten wäre hier bestimmt schon ausreichend. Eine Bewertungsmöglichkeit muss direkt integriert sein um den Bewertungsaufwand für den Lehrer möglichst gering zu halten. Wie Bewertungskriterien aussehen könnten, wird im Folgenden erörtert.

Doch vorab ist bei der Frage nach dem Bewertungsprozess eben wichtig WAS bewertet werden soll? Die offensichtliche Leistung (Postings, Kommentare etc.) oder der Lernfortschritt den der Lerner gemacht hat? Einfacher ist es sicherlich Postings zu bewerten, da hier bspw. nach Anzahl der Wörter, nach Aufbau, rotem Faden oder eben auch nach inhaltlicher Sinnhaftigkeit und objektiver Wahrheit bewertet werden kann. Den tatsächlichen Lernprozess zu bewerten gestaltet sich deutlich schwieriger. Hier müsste ich den einzelnen Postings eine Bewertung in Form eines „Schwierigkeitsgrads“ oder „Thementiefe“ vom Lehrer vergeben werden. Somit könnte anschließend festgestellt werden, ob sich der Lerner stetig weiterentwickelt hat oder immer nur an der Oberfläche eines Fachgebiets gekratzt hat bzw. sich auf einem ungenügend tiefem Niveau bewegt hat. Eine grafische Auswertung könnte ich mir wie folgt vorstellen:

Bewertungsskala

Die Abbildung zeigt beispielhaft wie eine optimale Entwicklung eines Lerners nach diesem Prinzip aussehen könnte.

Mobile Technologien würde ich allerdings nicht so stark mit in den Lernprozess einbeziehen, denn wie Martin Hofmann von der PH St. Gallen in der Online-Session vom 21.01.2014 beschrieben hat, ist es aus Sicht des Lerners wichtig, dass er sich zum einen in einer Umgebung befindet in der er nicht abgelenkt wird und zum anderen, dass er seine Postings immer am gleichen Arbeitsplatz schreibt, wodurch die Hirnaktivitäten geringer sind, da sich der Lerner nicht mit dem Arbeitsplatz, der Anordnung der Gegenstände und dem Finden der Lernutensilien beschäftigen muss.