#ccc trifft #sooc1314

Am 26.11.2013 hörte ich im Rahmen des SOOC1314 einen sehr interessanten Vortrag von Marius Melzer, Mitglied des Chaos Computer Clubs, zum Thema „NSA, Prism und co – Wie schützt man sich vor Überwachung“ und ich hatte den Eindruck, dass ich nicht der Einzige war, der einerseits geschockt und im gleichen Moment dankbar über die Informationen war, die uns Marius Melzer präsentierte. Doch von Anfang an..

Der Chaos Computer Club existiert schon seit dem Jahre 1981 und ist mit über 3.600 Mitgliedern die größte Hackervereinigung. Sie klären unter Anderem über die Chancen und Gefahren von neuen Techniken und Technologien auf, so haben sie bspw. den sogenannten Staatstrojaner aufgedeckt und bei der politischen Debatte, ob biometrische Daten, also bspw. der Fingerabdruck, mit in den Pass aufgenommen werden sollen, auf einer Veranstaltung den Fingerabdruck von CDU-Politiker Wolfgang Schäuble von seinem Glas genommen. Dieser Fingerabdruck wurde anschließend als Latex-Abzieher in der Fachzeitschrift des CCCs an alle Mitglieder versendet. Einige der Mitglieder haben diesen Fingerabdruck mittlerweile in ihrem Reisepass gespeichert. Solche Aktionen haben die Absicht Politiker und auch die Bürger aufzuwecken, denn wie auch in der aktuellen NSA-Affäre deutlich wurde, ist Datenschutz immer dann interessant wenn es einen selbst betrifft. So wurde bekannt, dass 80 Millionen Bundesbürger von der NSA abgehört werden und die Erregung der Politik hielt sich deutlich in Grenzen. Erst als öffentlich wurde, dass die Kanzlerin selbst abgehört wurde, war es ein Skandal.

Marius Melzer machte in diesem aktuellen Fall aufmerksam auf ein Zitat von unserem Bundespräsidenten Joachim Gauck, der sagte:

Wir wissen zum Beispiel, dass es nicht so ist wie bei der Stasi und dem KGB, dass es dicke Aktenbände gibt, in denen unsere Gesprächsinhalte alle aufgeschrieben und schön abgeheftet sind. Das ist es nicht.

Und damit hat er Recht. Es ist noch viel viel schlimmer, wie es die Karte bei dem Vergleich Stasi vs. NSA zeigt.

Stasi vs. NSA

Spätestens hier hatte er die ungeteilte Aufmerksamkeit der Hörer 🙂

Im Folgenden wurde uns verdeutlicht, wie leicht es die Politik hat, die gesetzlich verankerten Privatsphäre- und Datenschutzrichtlinien bzw. -rechte loszulösen. Bei der Bekämpfung von Terrorismus oder Kinderpornographie wird wohl kaum einer auf seine Rechte pochen, sondern seinen Emotionen folgen und nachgeben. Und langsam verschieben sich die klaren Grenzen..

Doch wie schütze ich mich dagegen? Wie kann ich verhindern, dass jeder im Internet nachvollziehen kann wo ich sitze, welche Seite ich als Letztes aufgerufen habe und welche Medikamente ich bestelle? Einerseits sollte sich jeder selbst über sein Verhalten bzgl. der eigenen Daten im Internet bewusst sein und möglicherweise hier schon einen Riegel vorschieben. Andererseits kann sich jeder auch durch technische Hilfsmittel vor Datenklau schützen. Damit ich den Vortrag, der sehr viele interessante Punkte hatte, nicht komplett wiedergeben muss, gehe ich im Folgenden auf ein Tool ein, welches mich besonders begeistert hat: Der Tor Browser!

Der Webbrowser Tor wurde von einer Forschergruppe aus den USA entwickelt und unterbindet aufgrund einer intelligenten Serververnetzung, dass der Enduser aufgedeckt werden kann. Hierbei baut der Enduser keine direkte Verbindung zu einem Server auf, wodurch er identifiziert werden könnte, sondern verbindet sich durch einen Umweg über drei beliebige Tor-Server auf den gewünschten Zielserver. Somit bleibt der User für die Website auf die zugegriffen wird anonym. Diesen Webbrowser habe ich und andere SOOC-Teilnehmer noch während des Vortrags ausprobiert und wir waren bzw. sind begeistert.

Marius Melzer vom Chaos Computer Club möchte ich auch hier nochmal herzlichsten Dank aussprechen für den tollen Vortrag und die Aufklärung über die Gefahren im Web. Einige von uns werden nun noch bewusster und sorgfältiger durch das Internet „gehen“.

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3 Gedanken zu “#ccc trifft #sooc1314

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